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Biodiesel und Bionaphtha der ersten und zweiten Generation: Unterschiede und Chancen verstehen

Während sich die globale Energie- und Chemiebranche zunehmend in Richtung Dekarbonisierung bewegt, gewinnen erneuerbare Kraftstoffe wie Biodiesel und Bionaphtha an Bedeutung. Doch nicht alle Biokraftstoffe sind gleich. Hier ein Überblick über Biodiesel der ersten und zweiten Generation sowie Bionaphtha – mit Fokus auf Herstellung und Anwendung:

Biodiesel der 1. Generation (FAME)

  • Prozess & Rohstoffe: Hergestellt durch Umesterung von Pflanzenölen (z. B. Raps-, Soja- oder Palmöl) oder tierischen Fetten mit Methanol. Das Ergebnis sind Fettsäuremethylester (FAME) – die in Europa unter EN 14214 am häufigsten verwendete Biodieselform.
  • Anwendungen: Wird Dieselkraftstoff beigemischt – typischerweise in Mischungsverhältnissen von B5 bis B20. B100 kommt in speziell angepassten Motoren zum Einsatz.
  • Einschränkungen: Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion durch Nutzung landwirtschaftlicher Flächen; begrenzte Kältebeständigkeit und Oxidationsstabilität.

Biodiesel der 2. Generation (HVO / Erneuerbarer Diesel)

  • Prozess & Rohstoffe: Wird durch Hydrotreatment (Hydrierung) von Abfallölen, gebrauchten Speiseölen (UCO), tierischen Fetten und anderer fortschrittlicher Biomasse hergestellt. Dabei wird Sauerstoff entfernt und die Moleküle gesättigt – es entsteht hochwertiges hydriertes Pflanzenöl (HVO) bzw. erneuerbarer Diesel.
  • Anwendungen: „Drop-in“-Kraftstoff mit Eigenschaften, die fossilem Diesel gleichen oder überlegen sind. Vollständig kompatibel mit bestehenden Motoren und Infrastrukturen – ohne Mischgrenzen.
  • Vorteile: Höherer Cetanzahl, bessere Kälteeigenschaften, keine FAME-bedingten Motorprobleme und Nutzung von Abfallströmen ohne Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion.

Bionaphtha

  • Prozess & Rohstoffe: Ein Nebenprodukt der HVO- oder Bioethanolproduktion, hergestellt aus denselben Abfall- und Reststoffen wie HVO (z. B. UCO, Talg, Tallöl).
  • Anwendungen:
    • Kraftstoffsektor: Als Komponente in Ottokraftstoffmischungen.
    • Petrochemie: Als erneuerbarer Rohstoff für das Cracken zu Ethen und Propylen – Grundstoffe für Kunststoffe, Waschmittel und synthetische Materialien.
  • Marktentwicklung: Mit wachsendem Bedarf an nachhaltigen petrochemischen Rohstoffen spielt Bionaphtha eine zentrale Rolle bei der Defossilisierung der Kunststoffwertschöpfungskette.
    Weitere Einblicke in diesen dynamischen Markt bietet der Bionaphtha-Überblick von S&P Global.

Da der Wandel zu sauberer Energie an Fahrt aufnimmt, wird der Übergang von lebensmittelbasiertem zu abfallbasiertem Biodiesel – und die Einführung biobasierter petrochemischer Rohstoffe wie Bionaphtha – entscheidend für das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen sein.

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