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  • Deutschlands Ziele für erneuerbare Kraftstoffe: Was sie für Biokraftstoffe und die Rohstoffversorgung in Europa bedeuten

Kernaussage: Das geplante deutsche Gesetz zu erneuerbaren Kraftstoffen dürfte die Nachfrage nach physisch verfügbaren, rückverfolgbaren und konformen Biokraftstoffkomponenten erhöhen. Für europäische Kraftstofflieferanten, Raffinerien und Händler könnte dies die Rolle von FAME, UCOME, RME und verwandten Rohstoffen im Kraftstoffmix stärken.

Deutschland nähert sich der Einführung neuer Ziele für erneuerbare Kraftstoffe im Rahmen der nationalen Umsetzung von RED III. Laut aktuellen Branchenberichten haben sich die Parlamentarier der Regierungskoalition vor dem nächsten legislativen Zeitfenster im Mai 2026 auf den Gesetzentwurf geeinigt.

Falls das Gesetz verabschiedet wird, sollen zentrale Bestimmungen rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 gelten. Dies ist für den Markt besonders wichtig, da Unternehmen ihre Compliance-Verpflichtungen für 2026 möglicherweise unter Regeln erfüllen müssen, die sich noch im Gesetzgebungsverfahren befinden.

Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der deutschen Treibhausgasminderungsquote, bekannt als THG-Quote. Offizielle Bundestagsunterlagen beschreiben die THG-Quote als das zentrale Instrument zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen in Deutschland. Der geplante Quotenpfad soll schrittweise bis 2040 auf 59 % steigen, was nach der RED-III-Berechnungsmethode etwa 62 % erneuerbarer Energie im Verkehrssektor entspricht.

Stärkere Nachfrage nach physischen Biokraftstoffkomponenten

Die wichtigste Änderung für den Biokraftstoffmarkt ist das geplante Ende der Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe.

Im bisherigen System konnten bestimmte fortschrittliche Biokraftstoffe mit mehr als ihrem tatsächlichen Energiegehalt auf die Compliance angerechnet werden. Der Wegfall dieses Mechanismus bedeutet, dass verpflichtete Marktteilnehmer mehr tatsächliches Volumen erneuerbarer Kraftstoffe benötigen werden, um denselben Compliance-Effekt zu erzielen.

Dies dürfte die Bedeutung physischer Lieferungen erhöhen, insbesondere für:

  • FAME — Fettsäuremethylester als Biodieselkomponente;
  • UCOME — Methylester aus gebrauchtem Speiseöl, hergestellt aus abfallbasierten Rohstoffen;
  • RME — Rapsmethylester, eine etablierte europäische Biodieselkomponente;
  • weitere zulässige abfall- und reststoffbasierte Rohstoffe;
  • erneuerbaren Wasserstoff, E-Fuels und andere RED-III-konforme Optionen, sofern verfügbar.

Das Bundesumweltministerium erklärte, dass die Quote für fortschrittliche Biokraftstoffe von 1 % auf 2 % im Jahr 2026 steigen und anschließend schrittweise bis 2040 auf 9 % erhöht werden soll. Dieselbe Mitteilung bestätigt, dass die Doppelanrechnung ab dem Compliance-Jahr 2026 beendet werden soll.

Für den europäischen Markt ist dies von großer Bedeutung. Deutschland gehört zu den größten Straßenkraftstoffmärkten der EU. Ein strengeres deutsches Compliance-System kann die Rohstoffströme, die Wirtschaftlichkeit von Biodieselbeimischungen und den Wert zulässiger Biokomponenten in der gesamten Region beeinflussen.

Die Verfügbarkeit von Rohstoffen wird zu einem strategischen Thema

Der vorgeschlagene Gesetzentwurf verstärkt zudem den Fokus auf Verifizierung und Betrugsprävention. Der Regierungsentwurf verweist auf strengere Anforderungen, einschließlich der Möglichkeit, Vor-Ort-Kontrollen an Produktionsstandorten durchzuführen, sowie auf das Ende der Anrechnung von Biokraftstoffen aus Rückständen der Palmölproduktion.

Dies zeigt eine klare Marktrichtung: Der Compliance-Wert wird zunehmend nicht nur vom Preis abhängen, sondern auch von Dokumentation, Herkunft, Zertifizierung, Auditierbarkeit und vertraglicher Zuverlässigkeit.

Für Käufer von Rohstoffen und Biokomponenten werden die praktischen Fragen komplexer:

  • Ist der Rohstoff nach RED III und den deutschen THG-Regeln zulässig?
  • Ist die Lieferkette ausreichend dokumentiert?
  • Kann das Material im Zertifizierungs- und Compliance-Prozess des Käufers akzeptiert werden?
  • Ist die Herkunft transparent und auditierbar?
  • Kann der Lieferant in einem engeren Markt zuverlässig liefern?

Diese Fragen sind insbesondere für abfall- und reststoffbasierte Rohstoffe relevant, deren physische Verfügbarkeit strukturell begrenzt ist. Höhere Ziele und das Ende der Doppelanrechnung könnten den Wettbewerb um zulässige Materialien erhöhen, insbesondere bei UCO-basierten und fortschrittlichen Biodieselpfaden.

Aktuelle Marktberichte zeigen bereits stabile Preise für europäisches gebrauchtes Speiseöl, wobei europäische UCO-Handelsgeschäfte Ende März 2026 in Nordwesteuropa bei etwa 1.040–1.060 € pro Tonne gemeldet wurden. Biodieselmarktberichte im April deuteten zudem auf aktive Preisentwicklungen in den Märkten für UCOME, RME und FAME hin, was die anhaltende Volatilität im europäischen Biodieselmarkt widerspiegelt.

Traditionelle Kraftstoffpreise erhöhen den Druck auf Compliance-Entscheidungen

Die regulatorischen Änderungen erfolgen zu einem sensiblen Zeitpunkt für den konventionellen Kraftstoffmarkt.

Die Diesel- und Benzinpreise in Deutschland stiegen im März und Anfang April 2026 deutlich an. Laut ADAC erreichte Super E10 am 6. April 2,192 €/Liter und lag damit nahe am historischen Höchststand, während Diesel ebenfalls auf sehr hohem Niveau gehandelt wurde. Bis zum 19. April hatten sich die Preise etwas entspannt, blieben jedoch hoch: Diesel lag im Bundesdurchschnitt bei 2,152 €/Liter und Super E10 bei 2,059 €/Liter.

Dies ändert nichts an der gesetzlichen Verpflichtung im Rahmen der THG-Quote. Es macht jedoch das Management der Compliance-Kosten wichtiger. Kraftstofflieferanten stehen gleichzeitig unter zwei Druckfaktoren: volatile Preise fossiler Kraftstoffe und eine zunehmend anspruchsvollere Verpflichtung zu erneuerbaren Kraftstoffen.

In diesem Umfeld wird ein zuverlässiger Zugang zu zulässigen Biokomponenten und Rohstoffen zu einem kommerziellen Vorteil. Käufer müssen möglicherweise früher Lieferungen sichern, ihre Bezugsquellen diversifizieren und stärker auf die Compliance-Qualität jeder Transaktion achten.

Können CO₂-Zertifikate Biokomponenten im Kraftstoffmix ersetzen?

Im Allgemeinen: nein.

Die deutsche THG-Quote ist ein reguliertes Compliance-System. Sie ist nicht mit dem freiwilligen Markt für CO₂-Zertifikate gleichzusetzen. Allgemeine freiwillige CO₂-Zertifikate können normalerweise nicht direkt als Ersatz für Biokomponenten im Kraftstoffmix verwendet werden.

Die deutschen Behörden beschreiben die THG-Quote als ein System, das Kraftstofflieferanten verpflichtet, Emissionen durch den Einsatz erneuerbarer Energieoptionen wie nachhaltiger Biokraftstoffe, grünem Wasserstoff, E-Fuels und Strom für Elektrofahrzeuge zu reduzieren. Das FAQ des Umweltministeriums bestätigt zudem, dass Kraftstofflieferanten verschiedene marktbasierten Compliance-Optionen nutzen können, darunter nachhaltige Biokraftstoffe, grüner Wasserstoff, E-Fuels und Strom für Elektrofahrzeuge.

Das bedeutet, dass Zertifikate und Quotenübertragungen weiterhin relevant bleiben, jedoch nur dann, wenn sie mit zulässigen Compliance-Pfaden verbunden sind. Ein Zertifikat, das durch anerkannte erneuerbare Kraftstoffe oder andere akzeptierte THG-Optionen gedeckt ist, kann Compliance-Wert besitzen. Ein allgemeines Kompensationszertifikat ohne Anerkennung im THG-System ersetzt jedoch nicht die Verpflichtung zur Einhaltung kraftstoffspezifischer Regeln.

Die politische Richtung wird daher physischer und stärker überprüfbar, nicht weniger. Das Ende der Doppelanrechnung, strengere Betrugsprävention und strengere Anforderungen an die Zulässigkeit von Rohstoffen deuten alle auf eine stärkere Nachfrage nach realen, dokumentierten Mengen erneuerbarer Kraftstoffe hin.

Die Rolle von Prime Elements in der Biokraftstoff-Lieferkette

Prime Elements liefert aktiv Rohstoffe für die Produktion von Biokraftstoffkomponenten, einschließlich Lieferketten für FAME, UCOME und RME.

Das Unternehmen arbeitet mit institutionellen Gegenparteien auf physischen Rohstoffmärkten zusammen und unterstützt Käufer, die zuverlässigen Zugang zu Rohstoffen für die Biodiesel- und erneuerbare Kraftstoffproduktion benötigen. Im aktuellen regulatorischen Umfeld konzentriert sich Prime Elements auf praktische Umsetzung, Dokumentationsdisziplin und Lieferzuverlässigkeit.

Für Raffinerien, Kraftstofflieferanten, Händler und industrielle Käufer besteht die zentrale Anforderung nicht nur darin, Material zu beschaffen, sondern Material zu beschaffen, das innerhalb einer compliance-sensiblen Lieferkette akzeptiert werden kann.

Prime Elements unterstützt diese Anforderungen durch:

  • Beschaffung physischer Rohstoffe;
  • Lieferung von Rohstoffen für die Produktion von Biokomponenten;
  • Koordination der Logistik;
  • Transaktionsdokumentation;
  • marktorientierte Lieferstrukturen für europäische Gegenparteien.

Mit zunehmenden Anforderungen an die Beimischungsquoten für erneuerbare Kraftstoffe wird die Qualität der Beschaffungsentscheidungen immer wichtiger. Käufer benötigen nicht nur wirtschaftlich tragfähige Mengen, sondern auch Klarheit hinsichtlich Herkunft, Dokumentation und regulatorischer Zulässigkeit.

Marktausblick

Falls Deutschlands überarbeitetes Gesetz zu erneuerbaren Kraftstoffen in seiner aktuellen Richtung verabschiedet wird, dürfte der europäische Biokraftstoffmarkt enger und selektiver werden.

Die wichtigsten erwarteten Auswirkungen sind:

  • stärkere Nachfrage nach zulässigen physischen Biokraftstoffkomponenten;
  • höhere Bedeutung von FAME, UCOME, RME und fortschrittlichen Biodieselpfaden;
  • höhere Prämien für rückverfolgbare und konforme Rohstoffe;
  • geringere Abhängigkeit von bilanziellen Multiplikatoren;
  • mehr Kontrolle von Herkunft, Dokumentation und Zertifizierung;
  • anhaltende Relevanz von THG-Quotenzertifikaten, sofern sie durch zulässige Compliance-Optionen gedeckt sind;
  • größerer Druck auf Kraftstofflieferanten, Kosten, Verfügbarkeit und regulatorische Risiken auszubalancieren.

Für Marktteilnehmer ist die Botschaft klar: Die Compliance für erneuerbare Kraftstoffe in Europa entwickelt sich in Richtung höherer Ziele, strengerer Verifizierung und stärkerer Nachfrage nach realer Versorgung. In diesem Umfeld bleiben sicherer Zugang zu Biokraftstoffrohstoffen und zuverlässige Geschäftspartner entscheidend für die Kraftstoffmarktstrategie.

Prime Elements unterstützt weiterhin den europäischen Markt für erneuerbare Kraftstoffe durch die Lieferung von Rohstoffen für die Produktion von FAME, UCOME und RME mit Fokus auf zuverlässige Umsetzung und compliance-sensitive Handelsströme.

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